Sozialpark MOL

Sozialpark Märkisch-Oderland e.V.
 Sozialpark MOL    REKIS Strausberg    B.I.S.S.    Haftung etc.    Impressum  

Wir über uns

Der Sozialpark Märkisch-Oderland e.V. hat zwar 2016 sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert, weil seine Arbeit kontinuierlich seit 1991 betrieben wurde. Streng genommen wurde der Verein „Sozialpark Märkisch-Oderland e.V.“ aber erst am 4. September 1997 gegründet.

Vereinsregistereintragung: Der Verein ist unter der Registernummer VR 3680 FF in das Vereinsregister beim Amtsgericht Frankfurt (Oder) eingetragen worden, das nach der Regelung im Land Brandenburg für alle Vereine mit Sitz im Landgerichtsbezirk Frankfurt (Oder) zuständig ist.

Die Satzung des Vereins „Sozialpark Märkisch-Oderland e.V.“ kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Der Vorstand des Vereins wurde auf der letzten Mitgliederversammlung am 5. Februar 2016 neu gewählt. Er besteht aus

dem VorsitzendenDr. Frieder Weiße
und den drei stellv. VorsitzendenMarina Kohring
Edelgard Neukirch     und
Margarita Zeitler

Vertretungsregelung: Der Vorstand besteht aus drei bis sechs Vorstandsmitgliedern. Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich durch zwei Vorstandsmitglieder gemeinsam vertreten.

Ein Auszug aus dem Vereinsregister kann hier heruntergeladen werden.

Gemeinnützigkeit: Der Verein dient nach seiner Satzung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Zwecken. Er wurde vom Finanzamt Strausberg zuletzt mit Bescheid vom 25. Februar 2016, Steuernummer 064/143/01000, nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 Körperschaftsteuergesetz von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 Gewerbesteuergesetz von der Gewerbesteuer freigestellt, weil er ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken im Sinne der §§ 51 ff. Abgabenordnung dient.

Eine Kopie des Freistellungsbescheides kann hier heruntergeladen werden.

Der Verein ist nach diesem Bescheid berechtigt, Zuwendungsbestätigungen (Spendenquittungen) für Spenden und ggf. Mitgliedsbeiträge auszustellen. Für Geldspenden, die den Betrag von 200,00 € im Jahr nicht übersteigen, reicht für die steuerliche Berücksichtigung auch ein sog. vereinfachter Verwendungsnachweis aus, der hier heruntergeladen werden kann und der gemeinsam mit einer Bankbestätigung über eine Spende dem Finanzamt vorzulegen ist.

Nach einer vorläufigen Übersicht über die Einnahmen und Ausgaben hat der Verein

im Jahr 2016647.921,10 €Einnahmen erzielt
und646.975,00 €Ausgaben getätigt,
wovon ein Überschuss von946,10 €verblieb.

Herkunft der Mittel: Ein wesentlicher Teil dieser Einnahmen und Ausgaben hängt mit dem kostenintensiven Betrieb eines Übergangswohnheims für Asylbewerber, Flüchtlinge und Spätaussiedler zusammen. Allerdings musste das Heim, das der Sozialpark Märkisch-Oderland e.V. in Garzau-Garzin in unmittelbarer Nachbarschaft Strausbergs bislang betrieben hat, zum 30. Juni 2016 geschlossen werden. Zehn Jahre zuvor hatte sich die scheinbar günstige Möglichkeit eines Pachtvertrages mit garantierter 10-jähriger Laufzeit ergeben. Mit dem Anstieg der Asylbewerberzahlen im Jahre 2015 waren alle Landkreise genötigt, kurzfristig neue Unterbringungs-Kapazitäten aufzubauen, die aber nach dem Rückgang der Asylbewerberzahlen 2016 wieder abgebaut werden mussten. Und dies fiel mit der Möglichkeit zusammen, den Pachtvertrag für unser Übergangswohnheim zu kündigen. Auf die Frage, welche Konsequenzen das für unseren Träger hat, aber auch, wie sie als neue Herausforderung genutzt werden könnten, werden wir im nächsten Kapitel mit Bezug auf die Geschichte des Sozialparks eingehen. Zunächst aber wenden wir uns der Frage nach der Herkunft unserer Mittel zu.

Unser Verein ist im abgelaufenen Jahr Träger verschiedener Projekte mit unterschiedlicher Größe gewesen. Es handelt sich dabei um

  • ein Übergangswohnheim für Asylbewerber, Flüchtlinge und Spätaussiedler;
  • eine Beratungsstelle für Zuwanderer (die aber auch von anderen sozial Benachteiligten aufgesucht wird);
  • eine Selbsthilfe-Kontaktstelle;
  • ein alternatives Kinderprojekt für Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren; das sind zum großen Teil Kinder mit Migrationshintergrund, aber auch andere Kinder, zumal unser „Haus der Integration“ in einem schon seit DDR-Zeiten als Problemgebiet geltenden Stadtviertel Strausbergs liegt;
  • ein Projekt der Lernförderung;
  • die Herausgabe der Zeitung „Unser Neues Leben“, eine seit 2001 monatlich erscheinende Zeitung für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, die zunächst eine Brücke zu den zugewanderten Russlanddeutschen (Spätaussiedlern) bauen sollte, inzwischen außer Informationen in Russisch und Deutsch aber auch solche in Englisch und Arabisch für Zugewanderte aus anderen Regionen anbietet;
  • ein Projekt „Kulturküche“ (gefördert im Programm „Soziale Stadt“);
  • zwei PC-Kurse, „Zu Hause im Internet“ und „Computer im Alltag“, die sich sowohl an Kinder und Jugendliche wie auch an ältere Menschen (mit oft eingeschränkter Mobilität, die mit neuen Medien überwunden werden könnte) wenden (ebenfalls gefördert im Programm „Soziale Stadt“) und
  • Deutschkurse.

Die Projekte der „Kulturküche“, die der Verbesserung der Kontakte zwischen Zugewanderten und Einheimischen dienen sollen, und die zwei PC-Kurse werden über das Programm „Soziale Stadt“ gefördert, dessen Träger das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zusammen mit dem jeweiligen Landesministerien ist. Die Förderung läuft über das Quartiersmanagement vor Ort. Die Selbsthilfe-Kontaktstelle erhält ergänzende Förderung von den Krankenkassen nach § 20 H SGB V. Unsere Räume im „Haus der Integration” wurden uns dankenswerterweise von der Stadt Strausberg überlassen. Und wir freuen uns, dass 2016 auch Spenden für das alternative Kinderprojekt eingegangen sind, die zusätzliche Aufwendungen ermöglicht haben, für die sonst keine Mittel vorhanden gewesen wären. Alle anderen Förderungen sind 2016 vom Landkreis ausgereicht worden.

Da bei einer Fortführung unserer Arbeit auch weitere Ressourcen erschlossen werden müssen, sind wir uns der Tatsache bewusst, dass damit auch die Frage nach der Transparenz der Finanzierung unserer Arbeit sich anders darstellen wird und neue Wege braucht. Wir haben uns vorgenommen, uns dieser Aufgabe zu stellen.

Der Beginn unter dem Arbeitskreis Pflegeorganisation (AKPO)

Wie eingangs gesagt, datiert die Vereinsgründung des „Sozialpark Märkisch-Oderland e.V.“ auf den 4. September 1997, die von ihm betriebene Arbeit aber wurde schon vor seiner Gründung begonnen, und zwar von seinem Vorgängerverein, dem „Arbeitskreis Pflegeorganisation e.V. (AKPO)“, in dem sich Frauen und Männer aus Praxis und Theorie der Pflege und der sozialen Arbeit zusammengefunden haben. Sie haben damit einerseits nach dem Ende der DDR auf die Notwendigkeit reagiert, die Dinge neu zu gestalten, andererseits in diesem Neubeginn auch eine große Chance gesehen. So wurden in diesem Arbeitskreis verschiedene Ansätze aufgegriffen, diskutiert, auf die spezifischen Rahmenbedingungen im Land Brandenburg bezogen und dann mit praktischen Modellen ausprobiert.

So hat sich z.B. der AKPO 1991 mit dem Entwurf des Modells einer an die Siedlungsstrukturen des Landes Brandenburg angepassten „Regionalen Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe“ – abgekürzt „REKIS“ – an dem ausgeschriebenen „Bundesmodellprogramm zur Förderung von Selbsthilfe in den neuen Bundesländern“ beteiligt. Zwar gehörte der Vorschlag des AKPO nicht zu den drei ausgewählten Modellprojekten im Land Brandenburg. Die Konzeption der „REKIS“ wurde aber zum tragenden Organisationsmodell der Selbsthilfekontaktstellen im Land Brandenburg. In diesem Land wurde nicht bis zum Auslaufen des Bundesmodellprogramms gewartet, sondern bereits im November 1991 eine Initiative zum Aufbau eines landesweiten Netzes von Selbsthilfe-Kontaktstellen, basierend auf dem REKIS-Modell, gestartet. Und diese Initiative ist ein großer Erfolg geworden und hat sich bis heute bewährt. Sowohl die vom AKPO gegründete Selbsthilfe-Kontaktstelle erbringt heute als „REKIS Strausberg“ im Landkreis Märkisch-Oderland ihre Selbsthilfe-Unterstützung, wie auch das Land Brandenburg mit seinem in einer Landesarbeitsgemeinschaft zusammengefassten Netz von Selbsthilfekontaktstellen das Bundesland mit der höchsten Dichte von Selbsthilfe-Kontaktstellen im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist. Zur „REKIS Strausberg“ wird auf deren Internetseite www.rekis-strausberg.de verwiesen, zum landesweiten Netz auf die den LAGS Brandenburg www.selbsthilfe-brandenburg.de.

Eine weitere Herausforderung kam mit dem Zuzug einer großen Zahl von Spätaussiedlern aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, später auch von Asylbewerbern und Flüchtlingen aus anderen Regionen, auf das Land Brandenburg zu. Im Zusammenhang damit entstand auch aus dem AKPO, dem „Arbeitskreis Pflegeorganisation“, der „Sozialpark Märkisch-Oderland“. Auf einem ehemaligen Industriegelände, dessen Gebäude nicht mehr genutzt wurden, ist 1997 in einem dieser Gebäude ein Übergangswohnheim eröffnet worden, in dem vorwiegend Spätaussiedler untergekommen sind.

Wie wir in dem Jahrzehnt nach der deutschen Einheit Gewerbeparks brauchten, brauchten wir auch Sozialparks

In Anlehnung die Idee der Gewerbeparks, wie sie damals im Land Brandenburg gegründet wurden, um bestehende Ressourcen und vorhandene Infrastruktur für gewerbliche Neugründungen nutzten, ist damals im AKPO der Gedanke entwickelt worden, analog einen Sozialpark aufzubauen. Und diese Idee führte zu dem Namen „Sozialpark Märkisch-Oderland“ für den neu zu gründenden Trägerverein.

Ein besonderer Schwerpunkt bei der Übernahme der Trägerschaft für das Übergangswohnheim, das zunächst in Waldsieversdorf eröffnet wurde, war die Möglichkeit, Heimunterbringung, ambulante Integrationsberatung und andere Schritte der Integrations- oder Inklusionsförderung miteinander zu verbinden. So kam es, dass viele Spätaussiedler, aber auch Asylbewerber und Flüchtlinge aus anderen Ländern, sich in Strausberg und seiner Umgebung niedergelassen haben. Und es entwickelte sich eine integrierte Inklusionsarbeit mit den Polen des Übergangswohnheims – zunächst in Waldsieversdorf – und dem „Haus der Integration“ in Strausberg. Diese Chance verbesserte sich noch, als das Übergangswohnheim dann von Waldsieversdorf nach Garzau-Garzin in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt Strausberg verlegt wurde.

Nicht alle der Ideen für Projekte unter dem Dach des Sozialparks ließen sich umsetzen. Und einige der Projekte, die eine zeitlang ganz erfolgreich gelaufen sind, mussten später wieder beendet werden. So haben über längere Zeit hinweg die Möbelkammer und die Kleiderkammer des Sozialparks gute Dienste geleistet. Aber um jetzt noch eingehende Möbel- oder Kleiderspenden zu verteilen, brauchen wir weder eine Möbelkammer noch eine Kleiderkammer. So sind diese beiden Vorhaben wieder beendet worden. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle die Entwicklung aller dieser Aktivitäten einzugehen. Es sei auf die Auflistung der bestehenden Projekte und Tätigkeitsbereiche an anderer Stelle auf dieser Website verwiesen.

Als Ergebnis dieser Verbindung verschiedener Bereiche der Sozialarbeit konnten Synergieeffekte beobachtet werden. Das galt nicht nur für die Verbindung zwischen Heimunterbringung und ambulanter Migrationssozialarbeit. Als etwa vor einigen Jahren in der Selbsthilfe-Unterstützung darüber diskutiert wurde, dass Menschen mit Migrationshintergrund, beispielsweise Spätaussiedler, nur schwer von der Selbsthilfe-Unterstützung erreichbar wären, konnte die REKIS Strausberg darauf verweisen, dass es in ihrem Bereich durchaus Selbsthilfegruppen mit einer größeren Zahl von Spätaussiedlern gab.

Wie soll es weitergehen?

Auch in anderer Hinsicht konnten Synergieeffekte erzielt werden. Dem Sozialpark Märkisch-Oderland e.V. ist es beispielsweise zu verdanken, dass sich die aggressive und ablehnende Haltung gegen Zuwanderer in der Anfangsphase 1999 in Strausberg schnell beruhigte, weil wir uns bemühten, viele Kontakte zwischen Einheimischen und Zuwanderern zu knüpfen. Die Kinder wurden von uns zu Sportwettkämpfen begleitet, die ältere Generation trafen ihre Nachbarn gemeinsam mit uns, um ihnen von ihrem Schicksahl zu erzählen (mit der RAA gemeinsam organisiert), Freizeit und Feriengestaltung mit einheimischen Kindern (mit dem Humanistischen Regionalverband MOL) usw. Gegenwärtig werden solche Projekte, wie „Kulturküche“, „Zu Hause im Internet“ oder „Computer im Alltag“ bei uns – unterstützt durch das Quartiersmanagement Hegermühle - durchgeführt, die auch die Begegnung von Einheimischen und Zuwanderern fördern und von der Stadt Strausberg und dem Projekt „Soziale Stadt“ unterstützt werden. Und das Beratungsbüro bzw. die Sozialarbeiterinnen sind ebenso wie die anderen Mitarbeiterinnen und unsere Ehrenamtler bei den meisten zusätzlichen Aktivitäten dabei. Diese Vielfalt ist unser großes Plus und erleichtert die Beratungstätigkeit, weil dadurch die Hemmschwelle zum Aufsuchen der Sozialarbeiter herabgesetzt wird. Nicht zuletzt dass diese Bemühungen im Jahre 2009 mit der Auszeichnung der Stadt Strausberg als „Ort der Vielfalt“ gekrönt wurden, hat uns davon überzeugt, dass die Einbettung der Beratungstätigkeit in diese Vielfalt integrativer Möglichkeiten richtig ist und unbedingt fortgesetzt werden muss.

Wenn bei einer Konzeption, die wesentlich auf einer Einheit von Heimunterbringung und ambulanter Migrationssozialarbeit beruht, die Heimunterbringung wegbricht, dann sind erhebliche Veränderungen und eine Neuausrichtung unvermeidlich. Wir haben uns jedoch dazu entschlossen, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Dabei wird es unerlässlich sein, neue Ressourcen zu erschließen. Neue Ressourcen sind dabei nicht nur (aber auch) neue Quellen zur Finanzierung der Arbeit. Eine wichtige Ressource kann dabei insbesondere auch die Erschließung und der Aufbau eines Netzes von Ehrenamtlichkeit sein. Das Jahr 2016 hat viele Kräfte damit gebunden, das Wohnheim in Garzau-Garzin aufzulösen. Anfang 2017 konnte dieser Prozess abgeschlossen werden. Wir wollen uns jetzt der Aufgabe zuwenden, die Arbeit an die neuen Herausforderungen anzupassen. Unterstützung mit Rat und Tat ist uns dabei willkommen.